Einsatz verdient Respekt!

Spontaner Applaus erfüllt den Mehrzweckraum der Georg-August-Zinn-Schule, als Jens Hase zusammen mit seinem Chef Christian Golomb und vier weiteren Kolleginnen und Kollegen in Uniform vor über hundert Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs 9 ihren Job auf den Punkt bringt: „Einsatzkräfte sind dafür da, dass es den Menschen gut geht und ihnen in Not geholfen wird. Rund um die Uhr, jeden Tag!“
 
Jens Hase ist Schutzmann und seit 30 Jahren im Polizeidienst, Kriminaldirektor Golomb seit Februar Leiter des Polizeipräsidiums Nordhessen. „Polizei und Schule im Dialog“ heißt die Veranstaltung, die Leander und Angelina für ihren Jahrgang an der GAZ moderieren. Sie ist eine Reaktion auf landesweit alarmierende Berichte über anwachsende Respektlosigkeiten und Gewalt in der Gesellschaft gegen alle möglichen Einsatzkräfte der Blaulicht-Familie. Dazu gehören Feuerwehr, Rettungsdienste sowie natürlich Polizistinnen und Polizisten. „Hinter jeder Uniform stecken Menschen, die alles geben“, betont Golomb.
 
Welche Herausforderungen und Gefahren damit im Alltag von Streifenpolizisten einhergehen, veranschaulichen drastische Video-Ausschnitte von Body-Cams, also Kameras, die Einsatzkräfte am Körper tragen. Auf die Frage einer Schülerin, ob sie nicht Angst hätten, reagieren die jüngeren Kollegen zögerlich. Jens Hase übernimmt die Antwort: „Es gibt brenzlige Situationen, und wir wissen: Wir müssen da rein! Wir haben keine Wahl.“
 
Was die Einsatzleute antreibt ist ihr Credo, zu helfen – auch wenn randalierende Jugendliche, alkoholisierte, unter Drogen stehende oder psychisch unberechenbare Menschen sie mit Beleidigungen, Gesten, Geschrei, womöglich auch mit Fäusten, Steinen, Böllern oder Waffen angreifen. „Das fängt damit an, dass man uns nicht zuhört, und führt nicht selten über Beleidigungen wie den ‚Stinkefinger‘ zu Drohungen gegen uns als Person oder sogar gegen unsere Familien,“ berichtet eine Polizistin.
 
Deshalb ist der Dialogcharakter solcher Veranstaltungen wie an der GAZ ernst und wörtlich gemeint: Es geht tatsächlich darum, miteinander ins Gespräch zu kommen und an die Vorbildfunktion gerade der jungen Menschen zu appellieren. „Die Lösung heißt, das eigene Verhalten zu reflektieren statt aggressiv zu agieren,“ ist Golomb überzeugt.
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